Jennifer Röttgers
Bonjour !
Mein Name ist Jennifer, ich bin 22 Jahre alt und habe in
diesem Jahr meine Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel beendet.
Während meines 2. Ausbildungsjahres habe ich von dem Auslandspraktikum auf La
Réunion erfahren. Ich war von dem Praktikum sofort begeistert, denn jetzt nach
meiner Ausbildung fange ich auch an, mit unseren französischen Kunden zu
sprechen, somit ist für mich das Praktikum die beste Gelegenheit die Sprache noch einmal etwas aufzufrischen.
Nach einem Jahr Französischkurs, einer bestanden Delf-Prüfung und einer Bewerbung durfte ich mich freuen das Ticket für ,,Das
Paradies für Anfänger‘‘ in den Händen zu halten. Natürlich steckt in diesem
Praktikum viel mehr Arbeit als in allen anderen Praktika, die an dem Berufskolleg
angeboten werden. Das lohnt sich aber definitiv, das ist Fakt, Orte wie diese
sieht man nicht jeden Tag!
Abflug:
Am 06.10.2018 ging es für mich und zwei weitere endlich los. Von
Düsseldorf aus sind wir nach Paris geflogen, von dort aus nach Mauritius und
dann nach La Réunion. Ja die Reise war ziemlich anstrengend aber richtig
schlafen konnte ich im Flugzeug nicht, ich war ziemlich aufgeregt und habe mir
viele Fragen gestellt:
Wird mein Koffer auch wirklich ankommen?
Wie werden meine Gasteltern sein?
Werde ich dort überhaupt jemanden verstehen?
Wie ist das Arbeitsleben dort?
Sind die Arbeitskollegen genauso wie in Deutschland?
Und viele mehr…
Ankunft:
Am 07.10.2018 sind wir gegen Mittag in ST Denis gelandet, mein Koffer
hatte den Weg auch überlebt. In ST Denis
hat uns ein Fahrer abgeholt, er hatte ein Schild mit unseren Namen in der Hand.
In St Pierre haben wir dann die Partnerin Anne Perrault getroffen. Dort haben
die anderen beiden, Max uns Sarah auch schon ihre Gasteltern kennengelernt.
Madame Perrault hat mich dann zu meinen Gasteltern nach Le Tampon gebracht.
Meine Gasteltern Régine und Jocelyn haben mich wirklich sehr freundlich
in Empfang genommen.
Auch wenn ich wirklich fast kein Wort Französisch verstanden habe, habe
ich mich sofort wohlgefühlt!
Mein Zimmer ist riesen groß, ich habe die obere Etage für mich ganz
alleine, natürlich ohne Bad.
Am Abend habe ich gemeinsam mit meinem Gastvater gekocht. Danach bin
ich auch schon schlafen gegangen.
Der
erste Tag:
Am Montag haben wir uns mit der Partnerin getroffen, sie hat uns
erklärt, wie wir uns während unseres Aufenthaltes auf La Réunion zu verhalten
haben, insbesondere in unseren Gastfamilien und Betrieben.
Außerdem wurden uns unsere Busverbindungen erklärt, die mich ehrlich
gesagt etwas überfordert haben.
Danach wurden wir unseren Betrieben vorgestellt. Es wurden die
Arbeitszeiten, die Arbeitskleidung und unsere Arbeitsbereiche besprochen.
Nachdem auch dies erledigt war habe ich gemeinsam mit Sarah den ersten Tag am
Strand Revue passieren lassen.
Ein
ganz normaler Arbeitstag:
Ich arbeite bei dem Unternehmen Locate. Dort sind verschiedene
Artikel für Hotels, Großküchen oder
Arbeitsschutz erhältlich.
Um morgens zur Arbeit zu kommen, bringt mich meine Familie zum ,,Gare
de Tampon‘‘, der Bus fährt von dort aus zum ,,Gare de St Pierre‘‘. In St Pierre muss ich noch 20 Minuten warten, um
den nächsten Bus zu nehmen. Um 8:00 Uhr fange ich an zu arbeiten.
Ich bin in der Abteilung Arbeitsschutz (z.B. Sicherheitsschuhe) und
arbeite dort mit Frederik zusammen.
Gemeinsam haben wir innerhalb der ersten zwei Wochen in denen ich jetzt
auf La Réunion bin den kompletten Showroom geändert, wir haben die Regale
verschoben, die Artikel umgepackt, damit diese ansprechender für die Kunden
sind und haben neue Preisschilder und Etiketten erstellt.
Vorher: Nachher:


Gleichzeitig haben wir die Kunden beraten und Ihnen wie gewünscht die passenden Artikel angeboten, teilweise musste ich diese noch aus dem Lager holen. Und ja, in manchen Momenten war ich auch alleine, weil mein Arbeitskollege etwas klären musste. Nun gut, mir blieb nichts anderes übrig als die Ruhe zu bewahren. Ich war und bin auch ziemlich stolz wenn ich den Kunden ganz alleine helfen kann und sie die Artikel auch kaufen. Wenn ich den Kunden alleine nicht weiterhelfen kann oder sie nicht verstehe weil sie zum Beispiel einen anderen Akzent haben, wie gefühlt jeder hier auf der Insel, dann erkläre ich ihnen wer ich bin, die meisten haben dann auch Verständnis und warten auf meinen Arbeitskollegen.
Um 12:00 Uhr ist dann Mittagspause, ich laufe dann zu Sarahs
Praktikumsbetrieb, das sind ca. 1,5 Km von mir. Nebenan kann man sich etwas zu
Essen kaufen, ist aber wirklich teuer.
2 Stunden später geht es für mich dann wieder an die Arbeit. Das heißt,
Kunden bedienen und beraten, Etiketten und Preisschilder erstellen,
Reservierungen und Bestellungen annehmen und zu guter Letzt die Bestände der
Artikel prüfen.
17:00 Uhr FEIERABEND ! Endlich geht es für mich dann nach einem
anstrengenden Tag nach Hause.
Wenn ich um 18:45 Uhr zu Hause angekommen bin gibt es auch schon Essen.
Danach gehe ich auch schon in mein Zimmer und ruhe mich für den nächsten Tag
aus, der für mich dann um 5:45 Uhr wieder beginnt.
Trotz der ganzen Arbeit und einem anstrengenden Tag haben meine
Arbeitskollegen und ich jede Menge Spaß!
Gastfamilie:
Mit meiner Gastfamilie kann ich leider nicht ganz so viel Zeit
verbringen, entweder bin ich in der Woche Arbeiten oder bei unserem Sprachkurs.
An den Wochenenden sind wir mit Madame Perrault unterwegs und erkunden die
Insel und Ihre schönen Orte.
Trotzt alledem ist die Familie immer für mich da und sorgt sich jeder Zeit
um mich. Régine kocht jeden Tag frisches Essen, das ist soooo lecker ! Am Abend
essen wir gemeinsam und sprechen über den Tag, teilweise schauen wir danach
noch gemeinsam Fernsehen. Auch wenn wir wenig Zeit miteinander verbringen,
haben wir viel zu lachen.
Sprachkurs:
In den ersten zwei Wochen hatten wir jeweils dienstags und donnerstags
2 Stunden unseren Sprachkurs. Unsere Lehrerin Marina versteht ebenfalls viel
Spaß. Dennoch haben wir die grammatikalischen Grundlagen noch einmal
wiederholt. Und auf spielerische Art und Weise gelernt, Wörter die wir nicht
kennen zu umschreiben.
1.Wochenende:
Nachdem wir die ersten 4 Tage auf der Paradies-Insel gearbeitet haben,
durften wir die paradiesischen Orte auch endlich einmal sehen.
An unserem ersten Samstag haben wir eine Inseltour gemacht und sind mit
dem Auto einmal um die ganze Insel gefahren. Natürlich haben wir nicht nur im
Auto gesessen. Wir haben 5 Stopps
gemacht um die Orte näher zu erkunden. Das erste was wir gemacht haben waren
Fotos!! Um diese Momente und Eindrücke auch für immer festzuhalten. Die Insel
ist einfach traumhaft schön!
Gegen Mittag haben wir in einem Restaurant gemeinsam kreolisch
gegessen.
Am Sonntag machten Sarah und ich uns mit dem Bus auf den Weg nach
Filaos St-Gilles, um Delphine, Wale und Schildkröten zu sehen. Der Ausflug hat
sich gelohnt. Wir konnten alles sehen und genossen die Aussicht auf dem türkis
blauen Meer. Nach der Wal Tour haben wir versucht uns auf den Weg nach Hause zu
machen, das hat leider nicht ganz so gut geklappt. Als wir an der
Bushaltestelle warteten und der Bus kam, war leider kein Platz mehr in dem Bus,
denn der Bus Car Jaune nimmt nur so viele Personen mit, wie auch in dem Bus
sitzen können. Somit mussten wir auf den nächsten Bus warten, das war soweit
auch kein Problem, allerdings gab es für mich keinen Anschlussbus mehr, der
mich zu der üblichen Haltestelle bringt bei der mich meine Gasteltern immer
abholen. Natürlich versuchte ich meine
Gasteltern anzurufen, ob sie mich bitte in St-Pierre abholen könnten.
Allerdings gab es ein Problem mit der Telefonleitung und ich konnte niemanden
erreichen. Ich kontaktierte die Partnerin und habe ihr das Problem geschildert,
sofort versuchte auch sie meine Gastfamilie zu erreichen, was ihr dann zum
Glück auch gelungen ist. Ich wusste es: auf meine Gasteltern war Verlass. Sie
holten mich in St-Pierre ab und erklärten mir, dass der Bus wegen der
Herbstferien so voll war.
Besonderheiten:
- Hier wird viel Reis, Ananas und Fisch gegessen.
- Die meisten Leute begrüßt man hier mit Bisous (einem Küsschen links, Küsschen rechts auf der Wange), auch einen Teil der Arbeitskollegen.
- Die Busverbindung ist nicht die Beste. Der
letzte Bus fährt hier in der Woche um 18 Uhr und am Wochenende gegen 17 Uhr.
- Das Essen ist hier teuer.
- Das Wetter ist sehr unterschiedlich, teilweise
gibt es einen Temperaturunterschied von 10-12 Grad zwischen den Orten.
Abschlusswort:
Abschließend kann ich jedem dieses Praktikum empfehlen, der etwas dazu
lernen, die Sprache sprechen und selbständiger werden möchte. Hier lernt man so
viele neue Dinge, das muss man selbst erleben! Hier hat man wirklich nicht viel
Freizeit, außer an den Wochenenden, wenn man die Exkursionen macht. Dafür
gewinnt man einiges an Lebenserfahrung!
Ich wünsche allen nachfolgenden Praktikanten auf
dieser Insel viel Spaß und Erfolg!
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